Auf die Freundschaft!

05. Februar 2017 Allgemein, Wanderlust 0
Auf die Freundschaft!

Es gibt eine Tatsache, die bestätigt sich mir immer wieder und an der gibt es für mich nichts zu rütteln. Was das ist? Freunde sind unverzichtbar!

Selbstverständlich erkläre ich euch auch, wie ich – mal wieder – zu dieser Erkenntnis gelangt bin. Ich bin verreist, und zwar an den Gardasee. Nein, dort war ich nicht allein. Wie ihr es sicher erraten könnt, hatte ich einige Freunde mit im Schlepptau. Und was soll ich sagen? Es war herrlich. Meiner Meinung nach zählt es dabei gar nicht so sehr wo man ist oder was man dort unternimmt, sondern wer neben einem sitzt.

 

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Wir haben diese Fahrt mittlerweile zum dritten Mal unternommen und sie ist jedes Mal etwas ganz besonderes für mich. Dieser Trip ist nämlich schon anders als alle anderen Urlaube, die ich das Jahr über unternehme. Los geht es dabei schon mal bei der Art, wie wir zu unserer Destination kommen. Es wird nämlich ein 9-Sitzer-Kleinbus gemietet, in dem die ganze Bande Platz findet. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass die Fahrten durchaus ganz amüsant sind 😀

Weiter geht es mit unserer Unterkunft: ein Campingplatz! Allerdings nicht im Zelt sondern in einem angemieteten Bungalow. Nichts desto trotz ist es darin nicht unbedingt sehr geräumig und es gibt nur die nötigste Einrichtung. Also alles in allem relativ „back to basic“. Dieses Jahr noch ein bisschen mehr, da mir ein kleines Malheur passiert ist. Irgendwie standen wir alle zusammen im Bungalow und haben festgestellt, dass wir nur sechs Betten für sieben Personen hatten. Gut, sowas kann die Stimmung dann schon mal runterziehen. Wir waren alle etwas ratlos was wir machen sollen – naja, dann wurde halt die erste Flasche Wein auf diesen Schock aufgemacht. Die Lösung kam dann doch recht unverhofft: in einem Zimmer wurde noch ein ausklappbares Hochbett entdeckt, das unsere Rettung war. Puh, Krise nochmal knapp abgewendet. Danach war dann unser Motto „sechs ist das neue sieben“ [muss doch heißen … Auch wenn wir ein kurzzeitiges Tief hatten, hat das unserem Trip keinen Abbruch getan. Ich musste mich zwar ab und an verarschen lassen, aber hey: wohlverdient. Und in ein paar Jahren wird das eine klasse Anekdote sein 😀

Der Rest unseres Trips verlief reibungslos: ausschlafen, auf unserer Terrasse sitzen, keine Termine, uns die Sonne auf die Nase scheinen lassen, gutes Essen, feiner Wein (neben der Erholung war ein weiterer Grund unserer Reise das Weinfest in Bardolino) und sehr viel zu lachen. Wir haben es bisher wirklich jedes Jahr geschafft, total zu entschleunigen. Kein Internet, kein Sightseeing, nur wir auf unserer Veranda. Auch beim Essen gehen ging es bodenständig zu: in Bardolino gibt es ein „Restaurant“, das von der ca. 85-jährigen Angelina geführt wird. Die betagte Dame führt ihr Lokal schon seit Jahrzehnten aber steht trotz ihres hohen Alters immer noch selbst in der Küche (diese besteht auch nur aus einem etwas größerem Gasherd mit Ofen). Das Lokal selbst hat diesen typisch italienischen Charme, die Terrasse ist bis oben hin zugewachsen mit allen möglichen Pflanzen, man fühlt sich ein bisschen wie im Urwald. Kellner gibt es dort auch nicht: man deckt seinen Tisch selbst ein und schreibt die Bestellung auf einen Papierfetzen – alle helfen hier irgendwie zusammen weil jeder das großartige Ergebnis kennt. Diese Spaghetti Bolognese und Rouladen – ein Gedicht! Tatsächlich habe ich selten etwas so Feines gegessen. Aber eben auch ohne unnötigen Schnickschnack. Das zieht sich in Bardolino bei uns so durch 😉

Da wir nicht alle in einer Stadt wohnen und/oder jeder ziemlich gut beschäftigt ist mit seinem Leben, ist es umso schöner dass wir mal ein Wochenende nur für uns zum Faulenzen und Quatschen haben – man könnte es auch „Qualitiy Time“ nennen ;). Wir haben auch nicht das Gefühl etwas zu verpassen (außer die Jungs den samstäglichen Fußball-Spieltag), wenn wir die Stunden an uns vorbeiziehen lassen. Ganz im Gegenteil: es gibt nichts Wichtiges als uns. In diesen Tagen lassen sich so toll die Batterien aufladen und der Alltagsstress fällt von einem ab. Wenn doch eine kleine Sorge versucht sich Gehör zu verschaffen, kommt gewiss eine witzige Situation oder die Aperitivo-Time ums Eck – keine Chance um zu grübeln. Und genau das soll ein Kurztrip doch auch schaffen: zu entschleunigen, entspannen und den Kopf frei zu kriegen für neue und positive Dinge. Nicht zu vergessen natürlich die schönen Erinnerungen, über die man noch in ein paar Jahren lachen kann. Meine lieben Freunde: das haben wir mal wieder königlich hinbekommen! Ich freue mich auf nächstes Jahr (ob ich den Bungalow wieder buche weiß ich allerdings noch nicht genau ;))

Und was lernen wir daraus? Wie so oft sind die besten Dinge im Leben ganz einfach und in naher Reichweite. Auch wenn ein 5-Sterne-Hotel toll ist, ist manchmal genau das Gegenteil das, was einen wieder in die Spur bringt.

 

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