Auf was warten wir?!

24. April 2016 Allgemein, Gedanken 1
Auf was warten wir?!

Der letzte Dienstag war eigentlich ein ganz normaler Tag: alles verlief recht unspektakulär, um 18 Uhr habe ich mein Büro verlassen, bin auf mein Radl gestiegen um den Heimweg anzutreten. Ich hatte noch einiges auf meiner To-Do-Liste, also ging es zügig voran. Ich fuhr den gleichen Weg wie immer und hatte auch nur noch ein paar hundert Meter vor mir. Etwas komisch: mitten auf der Straße stand ein Polizeiauto mit offenen Türen und Blaulicht. Was um der Ecke war, konnte ich allerdings nicht sehen. Deswegen bog ich, wie immer, um die vorletzte Ecke um nach Hause zu kommen. Ich radelte ein Stückchen weiter und sah ca. 50 Meter von mir entfernt einen Mann auf dem Gehweg hinter den geparkten Autos liegen. Ich weiß noch, dass er das eine Bein seltsam angewinkelt hatte, dunkle Haare hatte und eine beige Hose trug. Er sah in meine Richtung. Irgendwie war die Situation seltsam, als ich mich umblickte wusste ich auch warum ich ein mulmiges Gefühl hatte: neben mir standen ca. 5 Polizisten, alle mit schusssicheren Westen ausgerüstet und bewaffnet. Dann wurde ich auch schon angeschrieen, dass ich sofort umdrehen sollte. Das habe ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen und bin zackig umgedreht. In diesen Sekunden trafen auch viele weitere Polizeiautos ein, die Beamten stürmten mit den Waffen nach draußen und hinter mir wurde alles abgeriegelt. Keiner wusste in diesem Moment so recht was los war. Da stand ich also: ratlos, mit zittrigen Knien und vielen Gedanken die durch meinen Kopf rasten. Ich versuchte es eine Straße weiter, doch auch da stieß ich auf versperrtes Gebiet, für alle Leute die nach Hause wollten sah es ziemlich schlecht aus. Nach einer halben Stunde habe ich es über ein paar Umwege doch noch in meine Wohnung geschafft, die zum Glück knapp außerhalb des abgesperrten Gebietes lag (zumindest wenn man sie von einer anderen Richtung aus anfuhr). Die restliche Geschichte haben einige von euch sicherlich in den Medien mitbekommen. Der Mann, der am Boden lag, war bewaffnet und hatte einen anderen Mann kurz vor meinem Eintreffen schwer verletzt (man vermutet dass der Grund ein Sorgerechtsstreit war). Danach drohte er sich selbst zu erschießen. Nach drei Stunden konnten die Einsatzkräfte den Täter zum Glück überwältigen.

 

Warum ich euch so eine schlimme Geschichte erzähle? Da muss ich etwas ausholen. Bei Gesprächen mit meinem Freund und verschiedenen Freunden kam in der Vergangenheit irgendwie öfter ein Thema auf, dass sich ein bisschen durch die letzten Monate zieht. Und zwar kamen wir immer wieder zu dem Punkt, an dem wir uns gefragt haben warum wir uns so viele schöne Sachen vornehmen und sie einfach nicht tun. Dabei geht es um alles mögliche: der Besuch im Museum in das wir schon immer mal wollten, die Freundin anrufen die wir schon lange nicht mehr gesprochen haben, das tolle paar Schuhe kaufen, die Wanderung unternehmen, den Urlaub antreten, ein neues Hobby ausprobieren (in meinem Fall zum Beispiel dieser Blog, ihr habt ja keine Ahnung was dafür schon alles für Zeit ins Land ging bevor wir überhaupt mal angefangen haben…) – die Liste ließe sich noch um so vieles erweitern. Was passiert denn im schlimmsten Fall wenn es die Entscheidung in die Hose geht? Haben wir etwas Zeit vertan, vielleicht auch ein bisschen Geld in den Sand gesetzt. Aber hey, vielleicht hat man dafür eine super Story, für die einem die Lacher auf der nächsten Party garantiert sind. Natürlich sind nicht alle Entscheidungen so easy zu treffen wie endlich nach Monaten ein neues Restaurant auszuprobieren, mit dem man schon länger geliebäugelt hat. Selbstredend, dass ein Jobwechsel, Hauskauf, oder ähnliches etwas längere und umfassende Bedenkzeit braucht. Aber sollten wir alle nicht letztendlich mehr „tun“ anstatt nur schöne Pläne zu schmieden?

Die Situation am Dienstag hat mir wieder eins vor Augen geführt: nichts ist gewiss, an einem stinknormalen Tag kann sich alles in Sekunden ändern. Versteht mich nicht falsch, ich hatte weder Todesangst noch war ich in direkter Gefahr. Aber ab und zu sollte man sich schon bewusst machen, dass man nicht alle Zeit der Welt hat um die Dinge aufzuschieben, dass es nicht selbstverständlich ist dass es uns hier so gut geht und wir gesund sind. Und hier kommt das neue Motto von uns ins Spiel: „Mach’s einfach!“ So simpel wie effektiv haben wir es für uns festgelegt. Es soll uns in bestimmten Situationen, in denen wir zu viel grübeln auch wenn es gar nicht nötig ist, eine kleine Starthilfe sein. Uns vielleicht auch helfen manchmal über unseren Schatten zu springen. Oder einfach auch die Dinge zu machen zu denen wir gerade die Gelegenheit haben. Bei mir ist es manchmal der Fall, dass ich zwar die Gelegenheit und auch die Zeit hätte, diverse Dinge anzugehen, aber dann siegt die Bequemlichkeit. Letztendlich erinnern wir uns doch nur in großen Ausnahmefällen an die Tage, an denen wir komplett im Bett liegen geblieben sind (wobei das schon auch mal sein muss ;)) First world problems, ich weiß. Gerade deswegen ist es doch eigentlich wichtig, unsere komfortable Lage zu nutzen. Weil wir es können!

 

Manchmal kann alles so einfach sein. Deswegen: life is short – buy these shoes! 🙂


1 thought on “Auf was warten wir?!”

  • 1
    Andi am 9. Juli 2016 Antworten

    Ich weiß es nicht !!!

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